TURNIERDISZIPLINEN

TurniereWestern Pleasure, Western Horsemanship, Trail, Reining, Western Riding, Super Horse, Cutting, Working Cowhorse, Barrel Race, Showmanship at Halter

 

TURNIERE
Hat man sich entschlossen wettkampfmässig zu reiten und an Turnieren zu starten, kommen die nächsten Fragen:

In welcher  Klasse starte ich?
In welchen Disziplinen starte ich?
Bin ich weit genug, um an Turnieren, in dieser Klasse und diesen Disziplinen zu starten?
Ist mein Pferd weit genug, um an Turnieren, in dieser Klasse und diesen Disziplinen zu starten?
Doch was wird überhaupt angeboten?
Die Klassen im Westernreiten sind nach dem Alter und Können der Reiter und nach dem Alter der Pferde eingeteilt. Die nachfolgende Auflistung ist nicht abschliessend, soll aber einen Eindruck über die Vielfältigkeit in dieser Sportart geben:

Youth Jugendliche bis 18 Jahre starten in dieser Klasse
Novice Amateur  Einsteiger über 18 Jahre können in dieser Klasse Erfahrungen sammeln
Limited Amateur Zwischenstufe für Reiter über 18 Jahre bis sie genügend Punkte gesammelt haben
Amateur Über 18 Jahre alte Reiter, die sich für diese Klasse qualifiziert haben
Open Zwingend vorgegeben für alle Reiter, die mit Reitunterricht Geld verdienen und offen für alle, die nicht zwingend in einer anderen Klasse starten müssen.
Junior Pferde bis 5 Jahre. Dürfen mit entsprechender Zäumung 2-händig geritten werden
Senior Pferde über 5 Jahre. Müssen einhändig geritten werden (Ausnahme Novice Amateur)
All Ages
Offen für alle Pferde

Trail                                                                                                                                                       Der Trail ist ein Geschicklichkeitsreiten. Im Vordergrund der Bewertung steht das Pferd und seine ruhige und aufmerksame Bewältigung der verschiedenen Hindernisse. Pflichthindernis in jedem Trailpacours ist das Öffnen und Schliessen eines Tores, Überreiten von mindestens 4 Stangen im Walk, Jog oder Lope und Rückwärtsrichten durch Pylonen, ein Stangen-L oder -U oder einem Zickzack. Weitere mögliche Aufgaben sind zum Beispiel das Überqueren einer Brücke oder Plane, oder eine Wendung in einem Stangenvierreck oder vielleicht ein Ground Tying.

Western  Pleasure
Pleasure heisst übersetzt "Vergnügen" und soll dem Betrachter auch dieses vermitteln! Es soll nämlich ein reines Vergnügen sein das Pferd mit seinen langsamen und bequemen Gängen zu reiten! Pleasure ist eine Turnierdisziplin, die in der Abteilung geritten wird. Nach Anweisung des Richters werden die Pferd in den Gangarten Walk, Jog und Lope und am Schluss beim Rückwärtsrichten vorgestellt. Der Richter gibt die Gangart und Wendungen auf die andere Hand vor. Bei Pleasure überholen die schnelleren Pferde die langsameren Pferd immer innen. Die Geschwindigkeit soll in allen Gangarten langsam und bequem sein, aber zum Pferd passen. Das Pferd soll sich losgelassen präsentieren. Der Reiter sollte ein Pferd mit losem Zügel und kaum sichtbaren Hilfen reiten.

Western Horsemanship
Beim Horsemanship wird ähnlich wie bei einem FN-Reiterwettbewerb der Reiter bewertet, und zwar sein Sitz und seine Einwirkung auf das Pferd. Horsemanship besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil, die Einzelaufgabe besteht aus verschiedenen Manövern (Walk, Trot, Lope, Back, Stop, Sidepass usw.), die der Richter kurz vor Turnierbeginn bekanntgibt. Im zweiten Teil werden entweder alle oder bei grossem Starterfeld nur vom Richter bestimmte Reiter in einer Art Pleasure in der Abteilung (Rail Work) geprüft. 

Reining 
Beim Reining soll das Pferd seine Rittigkeit unter Beweis stellen. Deshalb wird grosser Wert auf Schnelligkeit,  Wendigkeit und Exaktheit des Pferdes gelegt. Reinings werden bei aller verlangten Präzision sehr flott geritten. Verlangt werden schnell und langsam zu reitende Zirkel mit fliegenden Galoppwechseln, dazwischen Runs bei denen das Pferd möglichst schnell die Länge der Bahn entlang galoppieren soll. Diese runs erfolgen meist aus dem Stand oder aus einer Wendung heraus. Am Ende eines Run werden Stops, oder Sliding Stops verlangt. Weiterhin beinhalten Reinings Roll Backs (180°-Wendungen um die Hinterhand) und Spins (360°-Wendungen um die Hinterhand). Vor allem Spins faszinieren durch ihre Schnelligkeit und die Beweglichkeit und schnelle Reaktion der Pferde. Weiterhin wird meist ein schnelles, weites und gerades Rückwärtsrichten verlangt.

Western Riding
Neben einzelnen Trail-Aufgaben sind hier vor allem zahlreiche fliegende Galoppwechsel zu reiten. Deswegen gehört Western Riding zu einer der anspruchsvollsten Disziplinen . Bewertet werden Reitqualität, Galoppwechsel, Manier in Walk, Jog und Lope sowie die Leistungsbereitschaft des Pferdes.

Super Horse
Das Superhorse ist - wie der Name schon sagt - eine besonders schwere Disziplin, denn diese Prüfung enthält Elemente aus den Disziplinen Pleasure, Reining, Trail und Western Riding . Das Pferd muss dafür besonders vielseitig sein.

Cutting
Cutting ist eine sogenannte Rinderdisziplin. Der Reiter reitet in die Herde hinein und muss ein Rind absondern. Nach dem Absondern des Rindes von der Herde darf der Reiter das Pferd nicht mehr beeinflussen. D. h. es muss das Rind selbstständig von der Herde fernhalten. Jede Einwirkung des Pferdes vom Reiter mit Zügel oder Sporen führt zum Punktabzug. Zum Cutting braucht man nicht nur ein sehr athletisches Pferd, es muss darüber hinaus noch eigenes Interesse (cow sense) daran haben, das Rind zu kontrollieren. 

Working Cowhorse
Diese Rinder-Disziplin besteht aus zwei Teilen: Zum einen ist es die Fence Work (Arbeit am Rind) und die Dry Work (Reining), die absolviert werden muss. Zuerst muss eine Reining-Aufgabe geritten werden, die sogenannte Dry Work. Nach der Dry Work wird für die sogenannte Fence Work ein Rind in die Bahn gelassen, das von Pferd und Reiter kontrolliert werden muss. Der Reiter hat zwei Minuten Zeit, das Rind an der kurzen Seite der Bahn zu halten, an das Pferd zu gewöhnen um es danach an der langen Seite mindestens ein Mal in jede Richtung gegen die Bande zu wenden. Zum Schluss muss der Reiter das Rind in die Mitte der Bahn treiben und in beide Richtungen zirkeln. Schwerpunkt bei der Bewertung der Arbeit am Rind ist die Frage, ob das Pferd jederzeit das Rind kontrollieren kann, Cow Sence zeigt, sowie die Fähigkeit, diese Arbeit ohne übermässigen Zügel- und Sporeneinsatz zu leisten. 

Barrel Race
Barrel Race / Pole Bending

Beide Disziplinen werden gegen die Uhr geritten . Nach einem fliegenden Start müssen Pferd und Reiter drei Tonnen (Barrel Race ) oder im Slalom zahlreiche Stangen ( Pole Bending ) möglichst eng und schnell umkurven u.s.w.

Showmanship at Halter                  

Die Klasse Showmanship at Halter wird nur danach gerichtet, wie der Teilnehmer fähig ist, ein Pferd am Halfter vorzustellen. Das Pferd ist nur ein Hilfsmittel, mit dem der Vorsteher seine Fähigkeiten unter Beweis stellt. Die ideale Showmanship-Vorstellung besteht aus einem sicher auftretenden, überzeugenden, sauber gekleideten Vorsteller, ein gut gepflegtes Pferd führend, welches schnell und leistungsfähig den ausgesuchten Pattern mit Bereitschaft, Gewandtheit und Genauigkeit absolviert.

Die Möglichkeit in mehreren Disziplinen zu starten besteht natürlich. Aber man sollte sich immer erst fragen, ob man selbst und sein Pferd soweit ist um an einem Turnier zu starten und wenn ja, wo und wie oft. In der Region werden verschiedene Vorbereitungskurse und Turniere angeboten oder organisiert (siehe Kurse).